Liebe Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulleiter*innen und Schulträger,
willkommen auf der vorläufigen Projektseite von Schools4Future!

Wirksamer Klimaschutz erfordert das Mitwirken aller Menschen, aller Betriebe, aller öffentlicher Einrichtungen sowie auch aller Schulen. Wenn wir bis spätestens 2050 – besser schon viel früher – weitgehend klimaneutral sein wollen, müssen wir jetzt damit anfangen alle Schulen klimaneutral zu gestalten. Eine enorme Herausforderung, die nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch Änderungen in Verhaltensweisen beinhalten wird. Daher sehen wir die klimaneutralen Schulen als Gemeinschaftsaufgabe, die wir zusammen mit engagierten Schüler*Innen und Lehrer*Innen umsetzen wollen.

Bereits seit 20 Jahren engagieren wir uns für Klimaschutz an Schulen. Wir, dass ist das Wuppertal Institut und Büro Ö-quadrat. So hat das Wuppertal Institut in Kooperation mit Büro Ö-quadrat die Solar&Spar-Projekte an vier Schulen in NRW und Büro Ö-quadrat das ECO-Watt Projekt an der Staudinger Gesamtschule in Freiburg durchgeführt. Alle Projekte sind erfolgreich verlaufen.

Projektantrag beim BMWi

Das Wuppertal Institut hat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Projektantrag eingereicht, um Förderung für die Durchführung des Projektes an zehn Schulen zu erhalten. Mit einer Bewilligung des Projektes ist nicht vor März zu rechnen. Frühester Projektstart ist nach den Osterferien 2020.

Wie wollen wir vorgehen?

Zusammen mit engagierten Schülern*innen und Lehrern*innen möchten wir zunächst für 10 Pilotschulen CO2-Bilanzen und Klimaschutzkonzepte entwickeln und anschließend konkrete Klimaschutzmaßnahmen umsetzen. Dazu bieten wir den teilnehmenden Schulen an, Projekttage an ihrer Schule zu organisieren und/oder eine Klimaschutz AG der Schule zu unterstützen.
Die investiven Maßnahmen, die über eine Verbesserung der Energietechnik zu Energie- und Wassereinsparung führen, sollen mit finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten der Schulgemeinschaft umgesetzt werden. In drei Schritten wollen wir dem Ziel des CO2-neutralen Schulbetriebs möglichst nahekommen:

  1. Den CO2-Fußabdruck des Schulbetriebs gemeinsam errechnen und vergleichen.
  2. Maßnahmen entwickeln, mit denen die CO2-Emissionen reduziert werden können.
  3. Gemeinsam und mit Unterstützung der Schulträger, Energiegenossenschaften und ggf. weiteren Akteuren Maßnahmen umsetzen.

Wie errechnet man den CO2-Fußabdruck einer Schule?

In einem ersten Schritt wollen wir den Schüler*innen zeigen, wie man einen CO2-Fußabdruck der eigenen Schule ermitteln kann. Dazu wollen wir gemeinsam festlegen, was alles in die Berechnung eingehen soll. Wie kommen die Schüler*innen zur Schule? Mit dem Elterntaxi oder mit dem Fahrrad? Wohin finden Klassenfahrten statt und mit welchem Verkehrsmittel reisen die Klassen dort hin? Wie viel Energie wird gebraucht, um die Schule warm zu bekommen und welcher Energieträger wird dazu eingesetzt? Wie viel Strom verbraucht unsere Schule und wofür? Was bietet unsere Schulkantine an?

Viele Daten können die Schüler*innen mit unserer Anleitung erheben und dann mit uns gemeinsam den CO2-Fußabdruck ihrer Schule ermitteln.

Weil in unserem Projektvorhaben mehrere Schulen mitmachen, können die Schüler*innen Ihren CO2-Fußabdruck mit dem anderer Schulen vergleichen. Warum ist beispielsweise der CO2-Fußabdruck pro Person in der einen Schule höher als in der anderen?

Wir vernetzten die aktiven Schüler*innen miteinander und ermöglichen mit unserem Peer-to-Peer Learning-Konzept, dass die Schüler*innen sehr viel voneinander lernen können und dabei auch darin geschult werden, wie sie anderen Schulen in ihrer Nachbarschaft beibringen können, den CO2-Verbrauch ihrer Schule zu ermitteln.

Mit welchen Maßnahmen können wir den CO2-Fußabdruck unserer Schule reduzieren?

Wir stellen Optionen für den Klimaschutz vor und diskutieren mit den Schüler*innen darüber, wie der CO2-Verbrauch gesenkt werden kann. Dabei können wir auf unsere Projekterfahrungen zurückgreifen und wollen gleichzeitig das Wissen der Schüler*innen einbinden. Beispielsweise werden wir den folgenden Fragen nachgehen:
Wie können Elterntaxifahrten reduziert werden? Würde ein sicherer Radweg helfen, dass mehr Kinder mit dem Fahrrad zur Schule kommen? Kann auf das Dach unserer Schule eine Solaranlage installiert werden? Welche Möglichkeiten bestehen, um Energie an unserer Schule zu sparen?

Wie wollen wir die Maßnahmen an Schulen umsetzen? Wie soll das funktionieren?

Zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen wollen wir gemeinsam mit dem Schulträger nach Lösungen suchen. Dabei wollen wir auch sondieren, ob innovative Finanzierungsmöglichkeiten sinnvoll eingesetzt werden können. Beispielsweise haben wir das Konzept des Bürger-Contracting bereits erfolgreich an vier Solar&Spar-Schulen sowie beim Eco-Watt-Projekt erprobt. Gemeinsam mit einer Bürgerenergiegenossenschaft kann vielleicht eine Photovoltaikanlage auf dem Schuldach errichtet werden, wobei die Schüler*innen selber mit anpacken können, sowohl bei der Installation, als auch bei der Einwerbung von Beteiligungen und der Planung der Anlage.

Solche sich selbst finanzierenden Maßnahmen werden jedoch nicht ausreichen, um die Schulen klimaneutral zu stellen. Hierzu bedarf es weiterer Maßnahmen, wie etwa Verhaltensänderungen, die wir im Rahmen des Projektes gemeinsam mit den Schüler*innen aufzeigen werden.

Für das geplante Pilotprojekt haben wir bereits die Interessenszusage zahlreicher Schulen erhalten. Wir freuen uns jedoch über weitere Schulen, die das Projekt verfolgen und die erstellten Arbeitsmaterialien bei sich einsetzen wollen. Erfahren Sie hier, wie Sie und Ihre Schule dabei sein können!

Ein Kooperationsprojekt von Wuppertal Institut und Büro Ö-quadrat

Logo Wuppertal Institut