In dem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt Schools4Future werden das Wuppertal Institut und das Büro Ö-Quadrat aus Freiburg zunächst an 4 Pilotschulen zusammen mit engagierten Schüler*innen und Lehrerinnen CO2-Bilanzen und Klimaschutzkonzepte entwickeln sowie deren anschließende Umsetzung auf den Weg bringen. „Nach unserem Aufruf sich zu beteiligen, hatten sich binnen kurzer Zeit weit mehr interessierte Schulen gemeldet, als wir betreuen können. Es freut uns, dass so viel Interesse besteht, mit uns gemeinsam ein innovatives Klimaschutzkonzept an Schulen zu realisieren“, sagt Projektleiter Oliver Wagner vom Wuppertal Institut. Interessierte Schulen kamen aus dem gesamten Bundesgebiet: Die nördlichste aus Hamburg und die südlichsten aus Freiburg und München. Das zeigt, wie groß der Bedarf an den Schulen ist, mehr für den Klimaschutz zu tun. Dank der enormen öffentlichen Resonanz auf die Fridays-for-Future-Bewegung hat das Thema Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Es wird deutlich, dass die Schulträger unter einem Handlungsdruck stehen, mehr für den Klimaschutz zu tun und die Schüler*innen haben zudem ein Interesse daran, mit Verhaltensänderungen einen eigenen Beitrag zur Zielerreichung zu leisten.

Dr. Sebastian Albert-Seifried vom Büro Ö-Quadrat hat die Unterlagen aller interessierten Schulen detailliert ausgewertet und lobt die breite Unterstützung seitens der Stadt Wuppertal: „Die gute Datenlage, das erkennbare Engagement und das bunte Umfeld der Schule waren für uns wichtige Kriterien bei der Auswahl.“ Weitere Gründe sind die hohen CO2-Minderungspotenziale und die zentrale Lage der Schule in der Innenstadt. „Die Vor-Ort Besichtigung hat gezeigt, dass dort viele Schüler*innen zu Fuß kommen und dass vor allem mehr Lehrer*innen klimafreundlicher mit dem Fahrrad anreisen könnten. Außerdem ist an manchen Gebäuden der Schule ein erkennbarer Sanierungsstau und wir vermuten ein hohes Potenzial im Bereich der Energieeinsparung“, führt Albert-Seifried aus.

Jetzt freuen sich erst einmal alle Beteiligten, wenn es (vorbehaltlich einer Zustimmung der Schulkonferenz) an der Schule bald so richtig losgeht und die konkrete Arbeit mit den Schüler*innen beginnt. Schulleiterin Kleinherbers-Boden zeigt sich optimistisch: „Viele unserer Schüler*innen engagieren sich bei Fridays for Future und werden das Projekt engagiert unterstützen. Unsere schulinterne „Klima-Gruppe“ trifft sich in diesem Schuljahr das erste Mal am 26. August. Ich persönlich hoffe, dass durch das Projekt unsere Gebäudesanierung vorangebracht wird.“

Und auch in der Schülerschaft trifft das Projekt auf positive Resonanz. Mercedes Estrella, Schülerin der Gesamtschule Else Lasker-Schüler, ließ verlauten: „Endlich hat man das Gefühl, dass auch Erwachsene den Klimaschutz ernst nehmen. Es ist extrem notwendig und cool, dass unsere Schule selbst daran mitarbeiten wird, den Klimaschutz zu verbessern. Schließlich verbringen wir die meiste Zeit des Tages an der Schule.“

In dem auf drei Jahre angelegten Projekt sollen nun an der Gesamtschule Else Lasker-Schüler Ideen und Maßnahmen entwickelt werden, die Schule zum klimaneutralen Lernort zu entwickeln. In einem ersten Schritt werden die Schüler*innen lernen, wie ein CO2-Fußabdruck der eigenen Schule ermittelt wird. Dabei werden sich viele Fragen stellen, denen in den kommenden Monaten nachgegangen wird: Wie kommen die Schüler*innen zur Schule? Mit dem Elterntaxi oder mit dem Fahrrad? Wohin finden Klassenfahrten statt und mit welchem Verkehrsmittel reisen die Klassen dort hin? Wie viel Energie wird gebraucht, um die Schule warm zu bekommen und welcher Energieträger wird dazu eingesetzt? Warum fahren die Lehrer*innen meist mit dem Auto zur Schule? Wie viel Strom verbraucht die Schule und wofür? Was bietet die Schulkantine an?

Die an dem Projekt teilnehmenden Schüler*innen können den CO2-Fußabdruck der eigenen Schule mit dem anderer vergleichen und so herausfinden, in welchen Bereichen sie sich verbessern können. Die aktiven Schüler*innen werden vernetzt und mithilfe eines besonderen Konzepts angeleitet, dass sie sehr viel voneinander lernen können. Zudem werden die Schüler*innen darin geschult, wie sie anderen Schüler*innen in ihrer Nachbarschaft beibringen können, auch an deren Schulen ein Klimaschutzkonzept zu erstellen.